Diesen Mittwoch, den 4.02.2009 starb völlig plötzlich Lux Interior an einer Aortendissektion. Er war der größte Entertainer, den ich je auf einer Bühne gesehen habe.

In Erinnerung an ihn hier eine Review des letzten veröffentlichten Albums der Cramps „How To Make A Monster“. Ich denke, sie funktioniert auch als Nachruf.
THE CRAMPS
How To Make A Monster
Vengeance
Dieser wunderbare Schatz von einer Doppel-CD veranschaulicht auf rockenden 143 Minuten (!) die Entstehungsgeschichte einer der besten Rock’n’Roll-Bands aller Zeiten von 1976 bis in die späten 80er. Es ist in erster Linie eine Geschichte unbeirrbarer Liebe. Liebe zu einer Musik die unbegrenzte, wilde Sexualität zum Inhalt hatte und natürlich die Liebe der beiden Protagonisten Lux Interior und Poison Ivy selbst, die bis heute dem 2-köpfigen Rockmonster das sie Mitte der Siebziger aus dem Nichts heraus geschaffen haben neue Energie verleihen. Das bisher unveröffentlichte Material setzt sich u.a. aus frühen Demo-Versionen, Proben und einem der legendären Auftritte im New Yorker CBGB zusammen. Schon die ersten Aufnahmen von 1976, noch deutlich von Acts wie den Ramones, Suicide, den New York Dolls und Iggy & the Stooges beeinflusst, zeigen den Stilwillen der jungen Cramps der damaligen Punkbewegung etwas vollkommen neues hinzuzufügen: den in der restriktiven Atmosphäre der 50er Jahre entstandenen Rockabilly mit seinen mehr oder weniger versteckten Fokus auf Rebellion, Geilheit und Drogenmissbrauch und den darauf folgenden antisozial orientierten Punkrock der frühen 60er Jahre. Allesamt Einflüsse die im New York der damaligen Zeit nicht unbedingt auf Gegenliebe stiessen, wie man bei einem Liveauftritt im Max’s Kansas City 1977 sehr gut an den Reaktionen des Publikums heraushören kann (Wer genau zuhört, wird sogar Zeuge eines Drogendeals in der Nähe der Bühne). Bei den Studioaufnahmen handelt es sich keinesfalls um Aufgüsse der Lp-Versionen in minderer Qualtität, sondern um völlig andere Interpretationen in ständig wechselnden Line-Ups und nie veröffentlichte Songs deren Wildheit und Kraft immer noch sprachlos macht. Heraustechend ist hier die Entwicklung des Gitarrenspiels der Autodidaktin Ivy Rorschach die zuerst ihren unverwechselbaren Fuzz-Sound kreierte und sich dann erst um die Feinheiten der Melodieführung kümmerte. Das reich bebilderte Beiheft enthält einen ausführlichen Kommentar der Cramps und ist eine weiterer Pluspunkt dieser rundum gelungenen Veröffentlichung. Gerade bei einer Band in deren Namen eine derart unüberschaubare Zahl von Bootlegs vorliegt muss man „How To make A Monster“ als Triumph begreifen.










