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Stray Cat Rock: Sex Hunter

September 4, 2008 · Kommentar schreiben

Einen „Sex Hunter“ wird man in diesem Teil der stilbildenden „Stray Cat Rock“-Reihe vergeblich suchen. Dafür gibt es aber in unwiderstehlicher Hochglanz-Pulp-Ästethik gefilmte junge Menschen, die ziellos durchs Leben irren, Drogen konsumieren und so manchen Typen in die Gosse treten. Statt um Sex geht es hier eher, man höre und staune, um Rassismus. Die legendäre Meiko Kaji, die man aus den Lady Snowblood- und Sasori-Filmen von ihrer unterkühlten Seite kennt, zeigt mehr Gefühle als sonst und redet auch bedeutend mehr. Es ist fast ein Schock die Dame so gesprächig zu sehen! Mit schwarzer Weste, weißer Bluse, und schwarzem Schlapphut gibt sie Mako, „Leader of the pack“ der Mädchengang Alley Cats. Kommt ihr jemand krumm, nimmt sie ihn sich mit Messer oder Molotow-Cocktail zur Brust. Abends geht sie in psychedelisch angehauchte Bars, kifft und lauscht einer Girlgroup die Lieder mit Texten wie diesem hier singen: „Eigentlich gibt es nichts auszusetzen, ich habe mich so schick wie möglich gemacht. Doch irgendwie ist es nie genug.“ Richtig, eine diffuse Unzufriedenheit ist damals wie heute der Motor für einiges. Makos Freund Baron beginnt gar aus Frust über sexuelle Unzulänglichkeit mit seiner Männergang Hatz auf Mitbürger mit afroamerikanischen Vätern zu machen. Mako verliebt sich in einen solchen. Mord, Vergewaltigung und trauriges Liedgut sind die Folge. Das alles ist so hübsch bebildert und vertont, dass man manchen Ausbruch ins Banale verzeihen sollte. Bei einer versuchten Gruppenvergewaltigung schreit eines der Mädchen empört: „Diesem Fettwanst soll ich meine Tugend opfern?“

(Japan 1970)

R: Yasuharu Hasebe; D: Meiko Kaji, Tatsuya Fuji, Rikiya Yasuoka

Kategorien: Exploitation · Sex
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