Guillermo del Toro mag Monster. Schon bei seiner frühen Arbeit „Mimic“ verzichtete er zu Gunsten von unansehnlichen Riesenschaben auf eine plausible Handlung und fein gezeichnete Charaktere.
Das er auch anders kann bewies er mit dem Faschismusschocker „Pans Labyrinth“, seinem neben „Cronos“ bisher ausgewogensten Monsterfilm. Bei seiner zweiten Auseinandersetzung mit Mike Mignolas kaltschnäuzigen Heldenepos siegt aber wieder die Liebe zu den Freaks über alles Formale.
Selten spürte man in einer Comicverfilmung soviel Herzblut (als genaues Gegenteil dazu kann man übrigens Christopher Nolans 2. Batman-Arbeit betrachten: selten war eine Comicverfilmung so vertrackt konstruiert). Ähnlich wie in den Comicvorlagen lässt del Toro interessante Möglichkeiten der Story einfach zur Hölle fahren und beschränkt sich darauf dem Zuschauer für knapp 2 Stunden echte Monsterfreunde zu schenken. Freunde die der ein oder andere vielleicht nach Verlassen des Theaters richtig vermissen wird. So schafft man sich Fans. Hellboy und seine Kumpane sind aber auch einfach zu putzig, selbst altmodische Deutsche in Taucheranzügen werden einem hier symphatisch. Und auch Hellboys Nemesis kann man mögen, oder wenigstens verstehen. Das kauzige, heitere, ja fast screwballartige Geplänkel der Figuren macht den Film liebenswert, doch geht das ulkige Monstersammelsurium stark auf Kosten von Spannung und Dramaturgie. Genauso schulterzuckend wie der furchtlose Hellboy, erlebt auch das Publikum das Abenteuer um einen verbitterten Elfen(?)prinz der die Schnauze verständlicherweise von uns Menschen voll hat und eine magische Roboterarmee zum Leben erwecken will, um uns endlich von der Erdoberfläche zu tilgen. Natürlich gibt es einige wirklich atemberaubende Kampfszenen und einen wirklich an die Nieren gehenden Angriff kleiner zähnefressender(!!) Monster. Das tolle an Hellboy ist ja sowieso die Tatsache, das er immer erst schrecklich auf die Fresse kriegt, bevor er seine Gegner zur Strecke bringt. In dieser Beziehung (und eigentlich auch in vielen anderen) übertrifft das Sequel den ersten Teil um Längen. Selbst mit seiner schwachen Story bleibt Hellboy II nämlich ein leidenschaftlich inszenierter romantischer Abenteuerfilm, der unter aktuellen Produktionen (man vergleiche ihn nur mit dem letzten überflüssigen Mumienfilm) seines Gleichen sucht.
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